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Ilse Bilse - keiner will nach Gelsenkirchen

Der Lehrermangel in Deutschland ist seit Jahrzehnten bekannt und ständig im Gespräch. Doch der Weg hin zu guter Bildung für alle – wie immer wieder von CDU und SPD versprochen – scheint nicht nur unendlich sondern auch steinig.

„Der Bildungsnotstand in Deutschland zeichnet sich schon seit Jahrzehnten ab. Auch Fakten wie ungleiche Bezahlung von Lehrer*innen je nachdem, ob Student*innen die Fachrichtung Grundschule oder Sekundarstufen I und II wählen, lassen diesen wichtigen Beruf unattraktiv werden“, so Hartmut Hering, Mitglied im Bildungsausschuss für die Linksfraktion in Gelsenkirchen.

„Doch das ist es nicht allein. Schon seit Jahren werden Lehrer*innen nur befristet als Tarifbeschäftigte eingestellt. Während der Sommerferien müssen sie sich wieder arbeitslos melden. Eine mehr oder weniger gesicherte Zukunftsplanung gerade für junge Leute, die frisch von der Uni kommen, ist somit nicht wirklich realisierbar. Darüber hinaus müssen wir uns aber fragen: Warum will niemand nach Gelsenkirchen kommen und hier als Lehrer*in arbeiten?“

Laut WAZ Artikel vom 19.02.2019 sind noch 80 Lehrerstellen in Gelsenkirchen unbesetzt. Nur 29 Bewerber haben sich entschieden, hier ihren Dienst anzutreten. An den Grundschulen fehlen 35 Lehrer*innen.

Hering weiter: „Eine mögliche Antwort kann sein, dass der Name unserer Stadt oftmals nur in negativen Zusammenhängen fällt: höchste Kinderarmutsquote, höchste Arbeitslosenzahlen im Vergleich zu den umliegenden Städten, Herabstufung bei der Klassifizierung von Wohnraum. Die Frage, die sich die hiesige SPD also stellen muss ist: was kann die Stadt tun, Menschen zu motivieren, hier in unserer Stadt als Lehrer*in tätig zu werden. Welche Anreize können geschaffen werden? Welcher Einfluss kann gegebenenfalls über die Landes- bzw. Bundesebene ausgeübt werden, um den Lehrermangel in Gelsenkirchen zu beenden? Wir sind gespannt, was die SPD diesbezüglich unternehmen wird. Für konstruktive Vorschläge steht DIE LINKE jederzeit für Diskussionen bereit. Unsere Forderung in Bezug auf Bildung ist hinlänglich bekannt: gute und kostenfreie Bildung für alle vom Kindergarten bis zum Berufsabschluss.“