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Personalabbau bei KKEL

Statement des Bezirksvertreters, Gelsenkirchen-West, Tomas Grohé

Typisch amtskirchlich:

Wenn’s um’s Geld geht, hört die Nächstenliebe abrupt auf…

… und des Pudels Kern (ohne die Pudel beleidigen zu wollen) wird sichtbar:

das katholische Bistum Essen mit seinem hochgelobten sozialengagierten Bischof an der Spitze benimmt sich wie ein ganz normal arroganter Konzern, wenn „der Markt“ – sprich: die Gewinnmaximierung es verlangt. Und das sogar in einem Bereich, der eigentlich nicht für den gewinnorientierten Gütermarkt zu denken ist: Denn das „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ gehören nach Art. 2 (2) des Grundgesetzes zu den Grundrechten und damit kann Gesundheit keine frei handelbare Ware sein, sondern ist als Teilaufgabe der allgemeinen Daseinsfürsorge zu betrachten.

Aber wenn ein christliches Unternehmen sich nicht mehr an den eigenen ethischen Grundwerten orientiert, sondern auch ein Player auf dem Markt in der Oberliga sein will, dann führt das zu solch unanständigen Verhaltensweisen, wie sie heute in der WAZ geschildert sind.

Na ja - der Sprecher der Geschäftsführung von KKEL ist ja auch lokalpolitisch für seine arroganten Auftritte und seine marktradikalen Sprüche bekannt, wenn es darum geht, die Interessen von Wirtschaftsunternehmen hervorzuheben und das Allgemeinwohl hintan zu stellen.
So ganz nach dem Merkel‘schen Motto: wir brauchen keine demokratischen Regeln für den Markt, sondern eine marktkonforme Demokratie.

Und dann ist es auch logisch, dass Empathie und Wertschätzung für die langjährigen Mitarbeiter*innen rücksichtslos hintangestellt werden und selbst in der laufenden und alle bedrückenden Sorgenzeit von jetzt auf gleich betriebsbedingte Kündigungen durchgesetzt werden soll („Transfergesellschaft“) mit dem doppelt üblen Ziel:
Die Mitarbeiter sind raus und können dann zu schlechteren Bedingungen in Schwesterunternehmen wieder eingestellt werden. Es ist wie damals, als die 400-Euro-Jobs eingeführt wurden: die kirchlichen Unternehmen beider Konfessionen waren die ersten, die in ihren Trägerorganisationen (Caritas, Diakonie, …) viele Festangestellten entlassen und ihre Jobs auf eben dieses Niedriglohnniveau gedrückt haben.

Bei solchem Verhalten brauchen sich die Kirchen – insbesondere die katholische – nicht zu wundern, wenn ihnen immer mehr Menschen den Rücken kehren, weil da ja doch nur Pharisäer und Heuchler das Sagen haben und die Praxis leider allen anderen aber nicht den christlichen Ansprüchen genügen.

Im Sinne eines ernst gemeinten „ Synodalen Prozesses“ wäre es an der Zeit, dass die katholische Kirche über dieses Auseinanderklaffen von Glaubensregeln und Alltagspraxis nachdenkt und zu Konsequenzen kommt, die der Ethik der eigene Ansprüche das Primat vor der Logik des Kapitals zurückgeben.

Dazu gehört auch, dass endlich Schluss gemacht wird mit den „Sonderrechten“ kirchlicher Unternehmen und für sie die gleichen Mitbestimmungsregeln gelten wie in der sonstigen Wirtschaft auch:

Betriebs- bzw. Personalräte würden sicher dazu beitragen, solche Probleme anständiger, fairer und sicher auch nachhaltiger im Sinne von Beschäftigungspolitik und Sicherung von Arbeitsplätzen zu lösen.

DetailAußerdem würde so eher die Orientierung an der Gewährleistung einer quantitativ wie qualitativ nachhaltigen Gesundheitsversorgung eine Chance erhalten: Denn solange kurzfristige Gewinninteressen die Ziele vorgeben, wird genau das nicht möglich sein…