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„Talentschulen“ sind pure Kosmetik

In einer Woche läuft die Bewerbungsfrist für Schulträger und Schulen für die Teilnahme am Modellversuch „Talentschulen“ des Ministeriums für Schule und Bildung NRW ab. Im Anschluss sollen ausgewählte 45 Schulen der Sekundarstufe I sowie 15 Berufskollegs in den Schulversuch aufgenommen werden. Bewerben konnten sich Schulen der Standorttypen 4 und 5.

„Die Landesregierung hat die Schulen in sozial benachteiligen Bezirken entdeckt – doch fördern will sie nur 60 Schulen. Bis zum Ende dieses Schulversuchs 2026 passiert dann an den anderen Schulen gar nichts mehr. Notwendig wäre vielmehr eine schulgenaue Unterstützung in allen sozial benachteiligten Bezirken, wie es auch die GEW vorschlägt“, fordert Martin Gatzemeier, Vorsitzender der Linksfraktion in Gelsenkirchen.

Oftmals fehlt auch die Einbindung der politischen Entscheidungsträger vor Ort, obwohl die Kommunen die zusätzliche Ausstattung finanzieren müssen.

„Teilweise findet nicht einmal eine Information der kommunalen Akteure statt, die Bewerbung läuft an den Schulausschüssen und Räten vorbei“, so Hartmut Hering, Mitglied im Bildungsausschuss. „Somit wird eine offene Debatte verunmöglicht. Ein weiterer Kritikpunkt an der Vorlage zu den Talentschulen ist, dass Schulen geraten wird, sich nach Ausschöpfung von Landes- und Bundesmitteln  für eine Verbesserung der baulichen und digitalen Infrastruktur an Stiftungen oder Unternehmen zu wenden.“

Dieser positive Bezug auf Privatisierungen im Bildungsbereich ist deutlich zurückzuweisen.

„DIE LINKE. fordert, von weiteren Schulversuchen zur Symptombekämpfung abzusehen und stattdessen Schulen die Unterstützung zukommen zu lassen, die ihrem tatsächlichen Bedarf entsprechen – und zwar aus öffentlichen Mitteln“, so Hering abschließend.