Zum Tag der Wohnungslosen Menschen
Am 11. September begehen verschiedene Sozialverbände, kirchliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) den „Tag der wohnungslosen Menschen“. Das Motto lautet 2025: „Politik in die Pflicht nehmen – Wohnungsnot beenden“. Dafür steht Die Linke seit jeher. „Unsere Stadt darf Wohnungslosigkeit nicht länger verdrängen, sondern muss sie aktiv bekämpfen. Wohnen ist ein Menschenrecht – kein Luxus.“
Auch in Gelsenkirchen verschärft sich die Lage. Während im Jahr 2015 noch knapp 100 Menschen in Gelsenkirchen als wohnungslos erfasst waren, hat sich die Zahl heute wahrscheinlich mehr als Verdreifacht. Zudem bilden offizielle Statistiken das Problem nur unvollständig ab, da viele Betroffene verdeckt wohnungslos sind und keine Hilfsangebote nutzen. Dazu kommen jährlich etwa 230 Zwangsräumungen, die Familien, Kinder und Menschen mit geringem Einkommen besonders hart treffen.
Trotz vorhandener Hilfsangebote verschärfen sich die Probleme – sei es durch steigende Zahlen, unzureichende Unterbringung oder durch die bewusste Gestaltung öffentlicher Räume, die Obdachlose aus dem Stadtbild verdrängen soll.
Die Kapazitäten bei bestehenden Notschlafstellen in Gelsenkirchen reichen um Weiten nicht aus. Gerade in der kalten Jahreszeit ein Armutszeugnis: Menschen sind gezwungen, in Hauseingängen, unter Brücken oder an öffentlichen Plätzen zu übernachten, was nicht nur unwürdig, sondern lebensgefährlich ist. Gleichzeitig werden in vielen Teilen des Stadtgebietes, wie z.B. am Gelsenkirchener Hauptbahnhof – Elemente sogenannter „feindlicher Architektur“ sichtbar, etwa Sitzgelegenheiten, die das Liegen verhindern sollen.
Statt öffentlicher Räume, die Schutz bieten, entstehen Orte, die Obdachlose gezielt verdrängen und unsichtbar machen.
Als Linksfraktion fordern wir deshalb konkrete politische Maßnahmen.
Wohnen muss als Grundrecht anerkannt und durchgesetzt werden. Es braucht deutlich mehr sozialen und bezahlbaren Wohnraum in öffentlicher Hand, eine wirksame Begrenzung von Mieten und einen besseren Schutz vor Zwangsräumungen und Eigenbedarfskündigungen.
Gleichzeitig müssen die Hilfsangebote für wohnungslose Menschen ausgebaut werden: mehr und würdigere Übernachtungsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, hygienische Standards, Beratungsangebote und Streetwork-Strukturen.
Außerdem braucht es eine umfassende Erfassung der Wohnungslosigkeit und ein Ende von städtebaulichen Maßnahmen, die Obdachlose verdrängen.
„Unsere Stadt darf Wohnungslosigkeit nicht länger verdrängen, sondern muss sie aktiv bekämpfen. Wohnen ist ein Menschenrecht – kein Luxus.“

